78. Blue Stars/FIFA Youth Cup

Internationales Jugendfussball-Turnier · Sportanlage Buchlern · Zürich · Schweiz

4 .+ 5. Mai 2016 (Auffahrt)

Where Stars are Born

 

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«Wir müssen zehn Jahre aufholen»

Fünfmal Meister, viermal Cup-Sieger, zwei Champions-League-Teilnahmen: Der Schwede Mats Gren, 51, prägte in den 1980-er und 90-er Jahren eine der erfolgreichsten Epochen des Grasshopper Clubs.

Der 23-fache schwedische Nationalspieler wurde auf jeder Position mindestens einmal eingesetzt – wenige Minuten sogar als Torhüter. Nach seinem Rücktritt als Spieler arbeitete er als Trainer – unter anderem bei Winterthur, Vaduz und (als Assistent) bei GC. Heute steht er als Sportchef bei IFK Göteborg unter Vertrag. Anlässlich des Blue Stars/FIFA Youth Cup kehrt er am 13./14. Mai 2015 zu seinen (Zürcher) Wurzeln zurück.

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Foto: Keystone; weitere Fotos auf tagesanzeiger.ch


Mit Mats Gren sprach Thomas Renggli, Leiter Ressort Medien, Blue Stars/FIFA Youth Cup

Mats Gren, können Sie sich vorstellen, dass Ihre Rückkehr nach Zürich bei den GC-Fans sentimentale Gefühle weckt?

Das sind tatsächlich ganz schöne Erinnerungen und Erfolge, die meine Karriere und mein Leben prägten. Ich habe noch immer engen Kontakt mit der Schweiz - meine Kinder leben hier. Und so bin ich auch über den Schweizer Fussball gut informiert. Die jüngste Entwicklung bei den Grasshoppers ist wenig erfreulich. Welches Potenzial aber noch immer im Verein steckt, sah man in den Jahren davor – als das Team die Meisterschaft zweimal auf dem zweiten Platz abschloss und mit dem Schweizer Cup sogar einen Titel gewann. Aber GC teilt momentan das Schicksal mit so manchem anderen Klub dieser Grössenordnung. Wenn die finanziellen Mittel knapp sind, wird es selbst im nationalen Geschäft schwierig, mitzuhalten.

Aber nochmals zurück zu den „guten alten Zeiten“. Ihr Debüt im GC-Dress im Cup-Wettbewerb 1985 gegen die Young Boys war an Spektakel (und Erfolg) kaum zu überbieten …

(lacht) Vier Tore in einem Spiel schiesst man nicht jeden Tag. Obwohl die Partie gegen YB bald 30 Jahre zurückliegt, erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen. Drei Tage vorher spielte ich noch mit IFK Göteborg im Meistercup auswärts gegen Fenerbahce Istanbul. Am Freitag gab ich bei GC den Einstand im Training, am Samstag betrat ich erstmals in einem Spiel den Hardturm-Rasen. Ich denke, es war ein Start nach Mass. Auch für IFK ging die Rechnung übrigens auf. Die Mannschaft qualifizierte sich in dieser Saison für die Halbfinals im Meistercup.

Aber am Blue Stars/FIFA Youth Cup nahmen Sie nie teil. Haben Sie trotzdem Erinnerungen ans Turnier?

Selbstverständlich. Ich ging jedes Jahr als Zuschauer ans Turnier. Der Blue Stars/FIFA Youth Cup bietet eine hervorragende Gelegenheit, andere Fussballkulturen kennenzulernen. Gute Teams, spielen guten Fussball – in einer hervorragenden Atmosphäre. Das Turnier ist quasi ein freundschaftliches Treffen der ganzen Fussballfamilie auf sportlich hohem Niveau.

IFK Göteborg ist ein grosser Name im europäischen Fussball – und gewann unter anderem 1982 und 1987 zweimal den damaligen UEFA-Cup. Wäre das heute – angesichts der wachsenden Dominanz der Teams aus den grossen Ligen – auch noch möglich?

Momentan wohl kaum. In den 1990er Jahren war IFK eine feste Grösse, qualifizierte sich fünfmal für die Champions League und schaltete unter anderem Grossklubs wie Barcelona und Manchester United aus. Die schwedische Nationalmannschaft beendete die WM 1994 im dritten Platz. Unser Land profitierte damals von einer goldenen Generation mit Ausnahmekönnern wie Brolin, Dahlin, Andersson, Schwarz, Limpar, Larsson, Mild oder Thern. Doch in den letzten zehn Jahren haben wir sukzessive an Boden verloren. Zlatan Ibrahimovic ist zwar einer der besten Spieler der Welt – aber aktuell auch unser einziger echter Star.

Auf was ist dieser Abwärtstrend zurückzuführen?

Möglicherweise haben wir uns angesichts der Erfolge in falscher Sicherheit gewogen und die Grundlagenarbeit vernachlässigt. Wir wollten die Spieler nur noch technisch und spielerisch ausbilden und vergassen dabei jene Qualitäten, die Schweden stark gemacht haben: Organisation, Disziplin und physische Stärke. In den Klubs wurde zu wenig und zu wenig hart trainiert. Das probieren wir nun zu ändern. Doch die Rückschritte eines ganzen Jahrzehnts lassen sich nicht über Nacht aufholen – auch weil wir im Gegensatz zur Schweiz keinen fixen Startplatz in der Champions League haben. Dadurch wird der Abstand zu den europäischen Topklubs immer grösser. Die Schweizer League profitiert von einem Gegentrend – vor allem dank dem FC Basel, der mit seinen Auftritten in der Champions League Massstäbe setzt.

Es fällt auf, dass in der ersten Mannschaft von IFK Göteborug nur ganz wenige nichtskandinavische Spieler stehen. Ist dieser „Heimatschutz“ eher strategisch oder wirtschaftlich bedingt?

Sowohl als auch. Wie gesagt, können wir mit einem Klub vom Format des FC Basel finanziell nicht mithalten. Gleichzeitig ist der Norden Europas kulturell und ethnisch ein spezielles Gebiet. Wir sprechen hier – abgesehen von den skandinavischen Sprachen – vor allem Englisch. Kommt ein Spieler mit portugiesischem, spanischem oder brasilianischem Hintergrund, wird die Kommunikation oft schwierig. Trotzdem müssen wir uns öffnen. Im Sommer stossen zwei ghanaische Spieler zu unserer ersten Mannschaft.

Wie wichtig ist das Management der Juniorenabteilung und der Nachwuchsförderung in Ihrer Arbeit als Sportdirektor?

Sehr wichtig – wir können uns nicht jedes Jahr kostspielige Transfers leisten. Unsere Juniorenabteilung ist in einer Akademie organisiert – wobei die Spieler nicht in einem Internat, sondern dezentral bei Familien leben. Ausserdem arbeiten wir eng mit einer Schule zusammen, die es den Junioren ermöglicht, sieben- bis achtmal pro Woche zu trainieren. Wir sind darauf angewiesen, dass wir die Talente fördern und die Spieler ausbilden. Auch im Scouting werden wir den Aufwand erhöhen und noch flächendeckender arbeiten. Von unserem Klubbudget von umgerechnet zirka 15 Millionen Franken fliesst ein Zehntel in die Nachwuchsausbildung.

Welche Bedeutung hat der internationale Vergleich im Juniorenbereich – in einer Zeit, in der die talentiertesten Junioren immer öfter schon in der ersten Mannschaft zum Einsatz kommen?

Einen sehr grossen. Denn in diesem Alter ist jedes internationale Spiel doppelt wichtig. Nur im Vergleich mit Teams aus den führenden Ländern lassen sich die eigenen Schwächen erkennen und die Qualitäten fördern.

Wie viele Spieler im aktuellen Juniorenkader von IFK Göteborg schaffen es in den Profifussball?

Das ist schwer zu sagen. In Zürich werden wir mit zwei bis drei Spielern antreten, die bereits im Kader der ersten Mannschaft stehen.

Was ist die grösste Schwierigkeit in der sportlichen Entwicklung in diesem Alter?

Einstellung, Wille und Disziplin. Vom Talent her, sind auf U17-, U19-Stufe alle ähnlich stark.

Ihr Sohn Mikael ist ebenfalls ein talentierter Fussballer – und stand bei GC auf dem Sprung in die erste Mannschaft. Trotzdem blieb ihm der grosse Durchbruch verwehrt. Was war der Grund?

Er besass das Talent, aber im wichtigsten Alter – zwischen 12 und 18 Jahren - fehlten ihm eben Wille und Disziplin. Und als er es dann doch versuchte, hatte er zu viel verpasst.

So oder so ist der Name Gren in der Schweiz ein Qualitätslabel. Ist für Sie eine Rückkehr als Manager oder Trainer ein Thema?

Es gefällt mir sehr gut in Göteborg – und ich möchte dazu beitragen, den ersten Meistertitel seit 2007 in die Stadt zu bringen. Für einen stolzen Klub wie IFK sind 18 titellose Jahre eine Ewigkeit. Mats Gren als Trainer wird es zu 99 Prozent nicht mehr geben. Ich schätze es sehr, als Sportchef auch strategisch und projektorientiert zu arbeiten. Ausserdem ist die Jobsicherheit grösser als auf der Trainerbank ... (lacht)

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24.06.2015 13:24:23