«Die Vorfreude ist gross»

Marcel Koller nahm als GC-Junior mehrmals am Blue Stars/FIFA Youth Cup teil.

Marcel Koller nahm als GC-Junior mehrmals am Blue Stars/FIFA Youth Cup teil.

Er feierte neun Schweizer Meistertitel und fünf Pokalsiege, bestritt 55 Nationalspiele und erreichte als Österreichs Nationaltrainer Kultstatus. Für Marcel Koller, heute 58 Jahre alt und Trainer des FC Basel, fing alles vor über vierzig Jahren an – beim Blue Stars/FIFA Youth Cup.

Marcel Koller, erinnern Sie sich an die beiden Turniere im Frühling 1978 und 1979?
Marcel Koller: Klar. Das waren intensive Tage und spannende Spiele. Vor allem aber hat es Spass gemacht, als GC-Junior bei einem angesehenen Turnier mit internationalen Klubs wie Manchester United oder AC Mailand dabei zu sein. Das gab uns die Gelegenheit, uns mit anderen Talenten aus Europa messen. Das ist wichtig als Teenager. Auch heute noch.

Sie haben als Trainer viele Jahre in Deutschland und Österreich gearbeitet. Kennt man dort den Blue Stars/FIFA Youth Cup?
Auf jeden Fall. Das Turnier hat auch im Ausland einen sehr guten Namen. Unter den Scouts ist der Zürcher Juniorenwettbewerb ein Begriff.

Wie muss man sich das Szenario vorstellen, wenn sich Juniorinnen und Junioren von Weltklubs für das Turnier in Altstetten vorbereiten? Spielt da Vorfreude mit?
Und wie, die Vorfreude ist gross. Junge Fussballer und Fussballerinnen, egal wie gut sie sind, möchten vor allem eines: Fussball spielen! Wenn man sich auf einer prominenten Bühne präsentieren kann, umso schöner. Auslandreisen waren für uns Nachwuchsspieler schon früher etwas Besonderes. Man vertritt ja einen Klub und ein bisschen auch sein Land. Ich empfand das immer als eine tolle Herausforderung.

Wie hat sich die Jugendarbeit in den letzten Jahrzehnten verändert?
Es ist alles viel professioneller und strukturierter geworden. Bedenkt man, dass früher die Juniorentrainer tagsüber noch einer anderen Arbeit nachgehen mussten und nur etwa vierzig oder fünfzig Prozent für den Verein im Einsatz waren, sind die heutigen Voraussetzungen optimal. Die Coaches können sich für ihre Teams mehr Zeit nehmen oder sich weiterbilden. Das wirkt sich in einem Klub auf allen Ebenen aus.

Sie trainieren seit August 2018 die erste Mannschaft des FC Basels. Schauen Sie sich auch Spiele der FCB-Junioren an?
Wenn es die Zeit zulässt. Ich will natürlich auch unsere Super-League-Gegner beobachten. Wir bestreiten jedoch regelmässig interne Testspiele. Das gibt mir die Gelegenheit, mir von den jungen FCB-Spieler einen Eindruck zu verschaffen.

Ihr heute 31-jähriger Sohn Kevin spielte früher wie Sie bei den Grasshoppers-Junioren. Finden Sie es schade, dass ihm die grosse Fussballerkarriere verwehrt geblieben ist?
Kevin erlitt früh einen Kreuzbandriss und war von muskulären Probleme geplagt. Er verfügte über ein sehr gutes Auge auf dem Feld, das hätte vielleicht etwas werden können. Aber man soll nichts erzwingen. Wenn der Körper streikt, sowieso nicht. Spass am Fussball hatte Kevin danach auch als Spieler in den unteren Ligen.

(sca)
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